Schlosspark Hohenzieritz

Ein englisches Gartenparadies in Mecklenburg-Strelitz

"Wir sind aus einem Garten vertrieben, so erzählt die biblische Geschichte. Seither suchen wir das Paradies. Auf dem Weg dorthin gibt es die englischen Gärten". Rudyard Kipling, 1907
Wer heute als Besucher nach Hohenzieritz kommt, das Schloss umrundet und die Parkanlage betritt, wird meist augenblicklich von der malerischen Atmosphäre des Ortes ergriffen. Kein Windrad, keine Straßen oder Hochhäuser stören die Eindrücke und Ausblicke. Es ist eine Zeitreise zurück in die Gartenwelt des 18. Jahrhunderts. Der Park von Hohenzieritz stellt eines der bedeutendsten Gartendenkmäler des Landes Mecklenburg-Vorpommern dar.
1771 hatte Carl II. zu Mecklenburg-Strelitz seine Schwester, Königin Charlotte, in England besucht und dabei die Mode der Landschaftsgärten kennengelernt. Im Jahr zuvor hatte er Hohenzieritz als Residenz erhalten. Gleich nach seiner Rückkehr beschloss Carl, sich einen englischen Landschaftsgarten hinter dem Schloss anlegen zu lassen. Umgesetzt wurde das Projekt von dem englischen Gärtner Archibald Thompson, der aus dem Umkreis des berühmten Gartenarchitekten Lancelot Capability Brown stammte. Der hinter dem Schloss bestehende kleine Barockgarten von Hohenzieritz wurde nun auf eine Fläche von etwa 22 Hektar erweitert. Die in Wellen abfallende Beschaffenheit des Geländes hätte keinen formalen Garten erlaubt, war aber für Thomson das ideale Terrain, um einen englischen Landschaftsgarten anzulegen und dabei die umgebende Natur in die Komposition der Blickachsen mit aufzunehmen. Kleine Teiche und Gewässer entstanden. Im Zentrum wurde eine große Wiesenfläche geschaffen, die von kleinen Baumgruppen und Gewässern durchsetzt ist. Umschlossen wurde das Gelände von einem Gehölzgürtel und von einem umlaufenden Wegesystem. Niedrige Feldsteinmauern und eine Weißdornhecke begrenzten den Garten nach außen.
Eingebettet in die malerische Endmoränenlandschaft um Hohenzieritz entstand so ein originärer englischer Garten, der durch seine idyllische Atmosphäre besticht. Dieser ist nach den Anlagen von Gotha und Richmond bei Braunschweig der dritte englische Garten auf dem Kontinent und der erste in Norddeutschland. Bis auf minimale Veränderungen präsentiert sich dieses Juwel der Gartenkunst in einer bis heute erhaltenen, parkartig gestalteten Landschaft.