Schloss Ludwigslust

Willkommen auf Schloss Ludwigslust

Wasserspiele

Bereits der Empfang vor dem Schloss bietet mit der Kaskade eine besondere Sehenswürdigkeit. Das mächtige Rauschen, das Spiegeln der Wasseroberflächen in Verbindung mit den altehrwürdigen Flussgöttern der Stör und der Rögnitz schlägt die Besucher unvermittelt in ihren Bann. Es ist schwer vorstellbar, aber das Wasser, aus dem sich die Kaskade und viele weitere Wasserspiele im Park speisen, kam früher in dieser Gegend gar nicht vor. Erst durch den aufwendigen Bau eines 28 Kilometer langen Kanals wurden die Ludwigsluster Wasserkünste möglich gemacht. Diese Ingenieursleistung des 18. Jahrhunderts demonstriert den Willen und die Fähigkeit des Bauherrn Herzog Friedrich zu Mecklenburg, diesen Ort kunstvoll zu verwandeln.

Ludwigs-Lust

Begonnen hatte einst alles mit einem kleinen Jagdschloss, das 1735 an dem zu diesem Zeitpunkt noch Klenow benannten Ort vollendet worden war. Das Jagdschloss wurde im Laufe der folgenden Jahrzehnte immer weiter ausgebaut und Herzog Christian Ludwig II. gab seinem Kleinod den Namen „Ludewigs-Lust“. Sein Sohn und Nachfolger Friedrich beschloss, sich aus der Residenzstadt Schwerin hierher zurückzuziehen. Das Werk, das sein Vater begonnen hatte, führte er zur Vollendung und schuf sich dabei ein ihm eigenes Wunderreich. Er ließ nicht nur die Hofkirche bauen, die zugehörige Siedlung anlegen und den Garten erweitern, sondern auch zwischen 1772 und 1776 ein gänzlich neues Schloss mit seiner kostbaren Sandsteinfassade errichten, dessen Formen auf die Entwürfe des französischen Stararchitekten Jean Laurent Le Geay und Ideen des Bauherrn selbst zurückgehen. So präsentiert sich Ludwigslust heute als ein spektakuläres und geschlossenes Architekturensemble. Die Einbettung des Schlosses in die beeindruckende Umgebung, mit den Blickachsen über die Kaskade hin zur Hofkirche, zur Stadt und auf der Gartenseite in die gestaltete Natur, vervollständigt seine einmalige Wirkung. Dieses faszinierende Zusammenspiel lädt den Besucher von Ludwigslust nicht nur zur Besichtigung des Hauses, sondern auch zu Spaziergängen im Schlosspark ein. Dieser ist ein Gartenkunstwerk im Stil eines englischen Landschaftsparks, dessen bereits früher angelegte barocke Alleen, Kanäle und Wasserkünste bis heute erhalten sind.

Herzogliche Pracht

Nach aufwendiger mehrjähriger Restaurierung des östlichen und westlichen Schlossflügels und des Goldenen Saales, die aus dem ELER-Förderfond der europäischen Union, mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Bundes finanziert werden konnte, wird in prachtvollen Räumen die höfische Welt des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts lebendig. Herzstück des Schlosses ist der Goldene Saal. Monumentale korinthische Säulen, reich geschmückte Spiegel, kostbare Kristalllüster und der restaurierte Parkettfußboden lassen den Anspruch des Bauherrn erkennen und entführen in vergangene Zeiten prunkvoller Bälle und festlicher Konzerte. Besonders beeindruckt auch die Gemäldegalerie, deren 2016 erfolgte Wiederherstellung als die wohl spektakulärste Restaurierungsmaßnahme im Ludwigsluster Schloss zu bezeichnen ist. Der Besucher, der sich heutzutage von der lichtdurchfluteten Weite des Raumes beeindrucken lässt, wird sich nur schwer vorstellen können, dass die Bildergalerie noch vor geraumer Zeit überhaupt nicht mehr existierte. Ursprünglich bildete der Raum den Abschluss und repräsentativen Höhepunkt des Paradeappartements von Herzog Friedrich dem Frommen. Heute ist hier eine Fülle von Gemälden, u.a. von Frans Snyders, Bernardo Bellotto und Johann Dietrich Findorff, zu sehen. Durch die Entfernung späterer Einbauten erstrahlt der Raum wieder in seiner ursprünglichen Weite. Herausragende Kunstwerke aller Gattungen komplettieren die Ausstattung.

Im Appartement des Herzogs im Ostflügel faszinieren ferner das Vorzimmer mit seinen bedeutenden höfischen Porträts, u.a. das der Königin Charlotte von England aus der Gainsborough-Werkstatt, das Audienzzimmer oder das kleine Kabinett vor der Galerie. Im Obergeschoss führen die Räume wichtige kunsthandwerkliche Arbeiten des 18. Jahrhunderts aus dem ehemaligen Besitz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin zusammen und zugleich präsentieren Werke des bekannten Tiermalers Jean-Baptiste Oudry den hohen Stellenwert der herzoglichen Gemäldesammlung.

Der Westflügel hingegen zeigt im Appartement der Herzogin kostbare Gemälde des 18. Jahrhunderts von Georg David Matthieu, einem der besten Porträtisten der Rokokozeit, ferner von Antoine Pesne und weiteren Künstlern. Kombiniert mit prunkvollen Ausstattungsgegenständen, von denen ein Großteil zum originalen Bestand des Schlosses gehört, entfaltet sich hier die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts in authentischer Weise. Hier erwarten Sie auch die berühmten Ludwigsluster Aufstellfiguren von der Hand Matthieus. Es sind lebensgroße, auf Holz gemalte und ausgeschnittene Porträts der Herzogin Luise Friederike und wichtigen Personen ihres Hofstaates, die in ihrer Art und Qualität weltweit einzigartig sind. Im zweiten Obergeschoss des Westflügels wurde das 1822 neu gestaltete Appartement des erbgroßherzoglichen Paares Paul Friedrich und Alexandrine von Preußen wiedereingerichtet und teilweise rekonstruiert. Hier wird die Atmosphäre fürstlicher Appartements des Klassizismus lebendig, wo zwischen moderner Raumgestaltung und der Bilderwelt dynastiebezogener Erinnerung und Verflechtung der ganze Bedeutungshorizont einer Schlossausstattung deutlich wird.

Erlebniswelt Schlossgeschichte

Völlig neuartig und auf das gesamte Schlossensemble mit beiden Schlossflügeln abgestimmt ist die moderne museale Präsentation im Erdgeschoss des Westflügels. Sie dient als Einführungsausstellung mit einer ebenso spannenden wie unterhaltsamen Erzählung über die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner. Verschiedene Stationen und Erzählungen spannen sich dabei über sechs Räume des Erdgeschosses, denen jeweils ein thematischer Schwerpunkt der Schloss- und Dynastiegeschichte gewidmet ist. Der Erzählrahmen umfasst zum Beispiel die Entstehungsgeschichte des Jagdschlosses Klenow, die Regierungsfolge der Herzöge Christian Ludwig II. und Friedrich als prägende Persönlichkeiten für Ludwigslust, die Darstellung des gesamten Schlossareals in Form eines Modells, die Charakterisierung der einstigen Schlossbewohner und die Schloss- und Ereignisgeschichte des 20. Jahrhunderts. Im letzten Raum des Erdgeschosses endet diese Präsentation mit Dokumentationsfilmen über die gegenwärtigen Restaurierungsarbeiten. Wie bei einer Zeitreise begeben sich die Besucher hier auf historische Spurensuche in die abwechslungsreichen Zeitschichten dieses facettenreichen Ortes. Hier kommen auch Medienstationen zum Einsatz wie zum Beispiel ein interaktiver Tisch, ein digital animiertes Blätterbuch oder ein Guckrohr in die Geschichte von Tapetenschichten. Neben dem erwähnten Modell gibt es andere, klassisch-analoge Erlebnisse. Eines davon ist eine Art von Theaterbühne, auf der in verschiedenen Ebenen Portraits von einstigen Bewohnern des Schlosses als moderne Figuren aufgestellt sind. Die Gäste können sich zu diesen Persönlichkeiten der Vergangenheit gesellen, sich im selben Raum über deren Biographien informieren, und auch Erinnerungsfotos machen.

Ein vollkommener Ausflug

In Ludwigslust lohnt nicht aber allein der Besuch des spektakulären Schlossmuseums. Das Angebot ist unglaublich vielfältig. Im Schloss selbst sind eine Stippvisite im Schlossladen mit seinem hochwertigen Angebot und das Ludwigsluster Schlosscafé im Ambiente des Jagdsaals sehr zu empfehlen. Bei Spaziergängen durch die weitläufige Parkanlage, über den barocken Platz mit seinem großen Wasserfall zu einem der ungewöhnlichsten Kirchenbauten Deutschlands und entlang der wunderschönen Straßen der kleinen Stadtanlage sind viele Glanzlichter zu entdecken. Es gibt hier eine große Fülle von weiteren gastronomischen und kulturellen Möglichkeiten. Unser Veranstaltungskalender hält Sie über das reiche Programm rund um Schloss und Park Ludwigslust auf dem Laufenden.

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