Forschungsergebnisse zu Architekturzeichnungen des 18. Jahrhunderts publiziert

„Der Mecklenburgische Planschatz“: Forschungsergebnisse zu Architekturzeichnungen des 18. Jahrhunderts publiziert

Mit der Publikation des zweibändigen Werks „Der Mecklenburgische Planschatz“ liegen die Forschungsergebnisse zu den in 2010 wiederentdeckten Architekturzeichnungen der ehemaligen Plansammlung der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin vor. Über mehrere Jahre erforschten Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit nationalen sowie internationalen Fachleuten den „Planschatz“. „Die Veröffentlichung der Ergebnisse machen die Bände zu einem Meilenstein in der Erforschung nicht nur der mecklenburgischen, sondern auch der internationalen Kunst- und Architekturgeschichte“, so Dr. Pirko Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern.

Das Forschungsprojekt liefert für die Architekturgeschichte Mecklenburgs im 18. Jahrhundert eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen. So konnte etwa anhand von Zeichnungen Herzog Friedrichs nachgewiesen werden, dass er einen erheblichen Anteil an der Planung und Umsetzung der Bauten in Ludwigslust hatte. Zudem wurden in Schwerin Blätter aus Italien gesammelt, die wichtige Projekte aus dem römischen Umfeld des berühmten Architekten Filippo Juvarra zeigen. Auch die Stellung des bedeutenden französischen Architekten Jean-Laurent Le Geay im Herzogtum Mecklenburg-Schwerin um 1750 konnte detailliert herausgearbeitet werden.

„Das wir diesen für Mecklenburg-Vorpommern historisch wertvollen Fund anhand von zwei umfangreichen Bänden der Öffentlichkeit vorstellen können, haben wir den Förderern des Forschungsprojekts zu verdanken, so Reinhard Meyer, Finanzminister Mecklenburg-Vorpommern.

Das mehrstufige Forschungsprojekt wurde begleitet und gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung zusammen mit der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin sowie durch die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, hob hervor: „Der Planschatz ist Lesestoff für Generationen. Ihn zu erarbeiten und herauszugeben, war ein Triathlon von Passion, Kompetenz und Ausdauer.“

Kai Lorenzen, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, unterstrich: „Der Planschatz ist von herausragender Bedeutung für die Region Mecklenburg und weit darüber hinaus. Sparkasse und Stiftung gratulieren von Herzen, dass jetzt auch das große Ziel erreicht ist, die gesamten Architekturblätter des Planschatzes zu veröffentlichen.“

„Die Erschließung eines bislang unbekannten barocken Planschatzes erfüllt hervorragend die Förderkriterien der Kunststiftung – das Arbeiten mit den eigenen Beständen, deren Erforschung, Erhaltung und Vermittlung ist uns ein großes Anliegen“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) und die Kulturstiftung der Länder zählen ebenfalls zu den Förderern. Die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker als Besitzerin des „Planschatzes“, das Landesdenkmalamt Mecklenburg-Vorpommern sowie das Landeshauptarchiv Schwerin sind Partner des Projekts.

Über den Mecklenburgischen Planschatz
Die Plansammlung wurde im Jahr 2010 im Zuge einer Bau- und Ausstattungsforschung zu Schloss Ludwigslust in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern entdeckt. Das Konvolut enthält circa 550 Architekturzeichnungen und einige Kupferstiche, die sich im Wesentlichen den Bauvorhaben der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin im 18. Jahrhundert, aber auch überregionalen Projekten in Hannover, Sachsen, Preußen und internationalen Kunstzentren wie Rom, Paris und St. Petersburg widmen. Die Aufarbeitung dieses Fundes bot die einmalige Gelegenheit zu einer tiefgreifenden Kontextforschung.

Weitere Informationen sind auf www.mv-schloesser.de/sammlungen/forschung-wissenschaft zu finden.

Zudem gibt ein Video einen exklusiven Einblick in das Forschungsprojekt „Der Mecklenburgische Planschatz“. Der Beitrag ist abrufbar unter https://www.mv-schloesser.de/planschatz.

Das zweibändige Werk – bestehend aus Essayband und einem Bestandskatalog – ist ab Dezember 2020 im Handel erhältlich. Zudem können die Bände in den Museumsshops der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen erworben werden, sobald die Häuser nach der coronabedingten Schließung wieder geöffnet sind.

Der Mecklenburgische Planschatz
Architekturzeichnungen des 18. Jahrhunderts aus der ehemaligen Plansammlung der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin
Herausgeber: Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern; Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker; Sigrid Puntigam
1124 Seiten, 1300 überwiegend farbige Abb.
30 x 24 cm, Festeinband, Essays + Katalog im Schuber
ISBN 978-3-95498-378-0
98,00 €