Schloss Mirow

Blick auf das Schloss Mirow. Foto: Friederike Drinkuth
Foto: Friederike Drinkuth

Ein Witwenschloss

Inmitten der weitläufigen Mecklenburger Seenlandschaft befindet sich das Schlossensemble von Mirow in romantischer Lage auf einer Insel. Hier verbinden sich Schloss, Torhaus, Kavaliershaus, Remise, Johanniterkirche und der sie umgebende Landschaftspark zu einem einzigartigen Zeugnis von fast 800 Jahren mecklenburgischer Bau- und Kulturgeschichte.
Die alte Johanniterkomturei wurde im Westfälischen Frieden säkularisiert und zum Besitz der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin. Mit der Gründung des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz im Jahre 1701 fielen die ehemalige Komturei und das Amt Mirow an das neue Herzogshaus. Der erste Herzog, Adolph Friedrich II., bestimmte die Johanniterkirche zur Grablege der Mecklenburg-Strelitzer Herzöge und das Amt Mirow zum Witwensitz.
Dieser erste Herzog von Mecklenburg-Strelitz, Adolph Friedrich II., war dreimal verheiratet. In dritter Ehe heiratete er 1705 Prinzessin Christiane Emilie Antonie von Schwarzburg-Sondershausen. Sie schenkte ihm nochmals zwei Kinder, ein Mädchen, Sophie Charlotte, und einen Sohn, Prinz Carl I. Für diese dritte Gemahlin wurde um 1707 mit dem Bau eines neuen Schlosses in Mirow begonnen, um ihr und den Kindern ein standesgemäßes Heim und eine gesicherte Zukunft zu bieten. Kurz nach der Geburt des zweiten Kindes verstarb im Jahre 1708 Herzog Adolph Friedrich II. Sein Sohn Adolph Friedrich III. aus erster Ehe übernahm die Regierungsgeschäfte. Die nun verwitwete Christiane Emilie Antonie bezog mit dem Säugling Carl und der knapp zwei Jahre alten Prinzessin Sophie Charlotte die Residenz in Mirow. Kurz vor Weihnachten desselben Jahres verstarb die kleine Prinzessin und wurde, wie schon ihr Vater in der Gruft der Johanniterkirche beigesetzt. Sein Sohn Carl jedoch überlebte und bekam den Beinamen "Prinz von Mirow". Er war der Vater von Queen Charlotte und ihrem Bruder, dem berühmten Dörchläuchtling, die beide in Mirow geboren wurden und aufwuchsen. Auch der Vater von Königin Luise von Preußen war ein Sohn des Prinzen von Mirow.
Ausführender Baumeister des Schlosses war Joachim Borchmann aus Pommern. Da dieser Bau später überformt wurde, weiß man heute nur sehr wenig über das Aussehen zu den Zeiten der ersten Herzoginwitwe. Es ist bekannt, dass es sich um einen rot geschlemmten Bau gehandelt hat. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss um 1753, als die zweite Eigentümerin, Herzogin Elisabeth Albertine, den Witwensitz nach ihrem Geschmack modernisieren ließ. Bei dem Schloss handelt es sich um einen dreigeschossigen Bau von elf Achsen auf H-förmigem Grundriss. Der Mittelbau ist zweigeschossig mit ausgebautem Mansarddach. Die übergiebelten Mittelrisalite und die vorspringenden Seitentrakte sind dreigeschossig. Der aus dem Gebäudekorpus herausragende Mitteltrakt des Hauptflügels ist beiderseits zu Mittelrisaliten ausgebildet. Eine flache Putzquaderung gliedert den Bau. Das Portal weist eine Pilasterrahmung und Lünettengiebel auf.
1761 endete die ständige Hofhaltung in Mirow, da die herzogliche Familie nun in Neustrelitz residierte. Das Schloss in Mirow wurde nie aufgegeben und bis zum Ende des Herzogtums als Sommersitz genutzt. Im Inneren des Schlosses haben sich bis heute große Teile der kostbarsten Raumausstattungen aus den Zeiten der verwitweten Herzoginnen erhalten.

In den letzten Jahren wurde das Schloss umfassend saniert. Es wird ab dem 7. Juni 2014 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Eröffnung erfolgt im Rahmen einer ganztägigen Festveranstaltung. Der Eintritt ist an diesem Tag kostenfrei.

Eintrittspreise ab dem 8. Juni 2014

6,00 € Erwachsene
4,00 € ermäßigt (Gruppen ab 10 Personen, Schwerbehinderte, Sozialpassinhaber,
          Studenten, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienst)
1,00 € Kinder (6-17 Jahre, sowie Schüler mit gültigem Ausweis)
1,00 € je Kind in Kinderreisegruppe bzw. Schulklasse (6 - 14 Jahre)
1,50 € je Kind in Schulklassen über 14 Jahre

Führungen:
50,00 € Gruppenpreis für angemeldete Gruppen
           (pro Führung maximal 25 Personen, max. 1 Std.)
  4,00 € pro Person in öffentlicher Führung (ab 5 zahlenden Personen, Kinder frei)
10,00 € Gruppenpreis für Kurzführung/Einführung (ca. 10 min.)


Führungen sind bis spätestens 14 Tage vor dem gewünschten Termin anzumelden.