Konservatorische, technische, organisatorische Bedingungen für Foto-, Film- und Fernsehaufnahmen

Bei allen Aufnahmearbeiten hat der Erlaubnisnehmer verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Baudenkmäler, deren Ausstattung sowie die Gartenanlagen nicht beschädigt werden. Um diese unversehrt zu erhalten, ist während der Aufnahmen den Weisungen der örtlich Verantwortlichen jederzeit nachzukommen. Es ist Folgendes zu beachten:

1. Konservatorische Belange

Innenräume:
a) Vorhandene Gegenstände dürfen nicht umgestellt, zusätzliche Ausstattungsstücke nicht aufgestellt und der Raum nicht in sonstiger Weise etwa durch das Hinzufügen von Personen oder Sachen (z. B. Verkaufsartikel) verändert werden.
b) Es dürfen keine Änderungen an Bauwerken oder Außenanlagen durch Kulissen, Ein- und Aufbauten oder dergleichen vorgenommen werden.
c) Es dürfen keine Gerüste aufgestellt werden.
d) Die Ausrüstungsgegenstände bei Aufnahmen aller Art müssen auf einer rutschfesten textilen Unterlage von mindestens 5 mm Stärke stehen. Es dürfen nur kippsichere Stative verwendet werden. Bei Transport und Aufbau der Ausrüstung ist ein Mindestabstand von 2,5 m zu den vorhandenen Gegenständen zu halten. Die Verwendung von Kamerawagen und Kameras auf Schienen bedarf der besonderen Erlaubnis.
e) Museumsmöbel oder sonstige Kunstgegenstände dürfen nicht benutzt werden. Vitrinen oder ausgestellte Möbel dürfen nicht geöffnet werden.
f) Alle baulichen Veränderungen in den genehmigten Räumen sind unzulässig. Vorübergehende Umgestaltungen für bestimmte Zwecke, z. B. das Anbringen von Dekorationselementen, sind nur in Abstimmung mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern möglich. Werden vom Nutzer derartige Umgestaltungen vorgenommen, so nur unter Rücksichtnahme auf die bestehende Ausstattung des Raumes. Befestigungen und Markierungen mit Klebebändern, Nägeln, Schrauben usw. sind verboten.
g) Das Aufstellen von Kerzen bedarf der besonderen Erlaubnis der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern.
h) Rauchentwicklungen sind unbedingt zu vermeiden. die Verwendung von Aerosolen ist verboten.
i) Jede Benutzung von Flüssigkeiten (auch für Trinkzwecke des Aufnahmeteams) und der Verzehr von Speisen in den Museumsräumen sind verboten.
j) Fenster und Türen dürfen nur nach Absprache mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern geöffnet werden.
k) In Räumen mit Wirkteppichen darf nicht mit Blitz- oder Kunstlicht gearbeitet werden. Textile Kunstgegenstände oder Kunstgegenstände mit textilen Teilen (z. B. stoffbezogene Sitzmöbel) dürfen nur mit natürlichem Licht bzw. der im Raum vorhandenen Beleuchtung aufgenommen werden.
l) Die Beleuchtungsstärke und –dauer ist möglichst gering zu halten. Der Mindestabstand der Lampen von den Objekten muss mind. 3 m betragen. Vor allem darf die Oberflächentemperatur der Objekte nicht fühlbar ansteigen (max. 5° C über der Temperatur vor Einschalten der Lampen bzw. über der Raumtemperatur des Nebenraumes). Grundsätzlich gilt, dass bei Verwendung von Kunstlicht die aufzunehmenden Kunstwerke einer Beleuchtungsstärke von mehr als 500 Lux Fremdlicht nicht ausgesetzt werden dürfen.
Außenanlagen:
m) In Parkanlagen und Höfe darf grundsätzlich nicht mit Kraftfahrzeugen eingefahren werden.
n) Aus Gründen des Baumschutzes dürfen im Bereich der Kronentraufen der Bäume keine Materialien oder Gegenstände gelagert werden. Ebenso sind Aufgrabungen oder Einbauten sowie das Aufstellen von Fahrzeugen unzulässig. Das Betreten sämtlicher Vegetationsflächen sowie das Befahren von Rasenflächen mit Fahrzeugen sind untersagt. Das Aufstellen von Tischen, Stühlen, Verkaufswagen, Technik u. ä. ist nur auf den in Anlage 2 gekennzeichneten Flächen zulässig.

2. Sicherheitsbelange

a) Während umfangreicher oder zeitlich aufwendiger Dreharbeiten in Innenräumen sind Feuerwehrleute der örtlichen Feuerwehr mit den nach feuerpolizeilichen Gutachten erforderlichen Löschgeräten zu stellen. Die hierfür anfallenden Kosten hat der Erlaubnisnehmer unmittelbar zu bezahlen.
b) Bei mehrtägigen Dreharbeiten ist eine ausreichende Feuerwache zwischen den Drehzeiten, insbesondere in der Nacht, auf Kosten des Erlaubnisnehmers einzurichten.
c) Das Rauchen in den Innenräumen ist verboten. Das Rauchverbot ist zuverlässig und verantwortlich zu überwachen.
d) Die für die Aufnahmen erforderlichen Leuchten oder Geräte, welche im übrigen den für sie gültigen VDE-Bestimmungen entsprechen müssen, können soweit möglich, an der jeweiligen Hausinstallation betrieben werden. Hierbei ist zu beachten, dass im Normalfall eine Leistung von max. 2,2 kW pro Stromkreis und nur in Einzelfällen eine Leistung von 3,5 kW zur Verfügung steht. Jede Veränderung der Anlage, z. B. das unmittelbare Anschließen am Verteiler oder dergleichen, auch das Auswechseln von Passschrauben und Einsetzen von Sicherungen höherer Nennstromkosten ist untersagt. Soweit höhere Leistungen erforderlich werden, ist ein eigenes Stromerzeugeraggregat einzusetzen. Nur in Ausnahmefällen können Anschlussmöglichkeiten von einer von der Schlösserverwaltung zu beauftragenden Elektroinstallationsfirma oder bei größeren Leistungen vom örtlichen Energieversorgungsunternehmen hergestellt werden. Alle für die Bereitstellung einer bestimmten Leistung anfallenden Montagekosten, bei Energieversorgungsunternehmen auch die Stromkosten, sind der jeweiligen Firma bzw. dem Unternehmen unmittelbar zu ersetzen.
e) Der Erlaubnisnehmer verpflichtet sich, die feuerpolizeilichen und sonstigen einschlägigen Vorschriften zu beachten sowie ausreichende Haftpflichtversicherungen auf Verlangen nachzuweisen.

3. Organisatorische Belange

a) Die Vorbereitungsarbeiten dürfen nur nach vorheriger Besprechung mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern begonnen werden.
b) Die Arbeiten sind bei Eintritt der Dunkelheit zu beenden. Ausnahmen bedürfen der vorherigen Erlaubnis.
c) An Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen sowie an Tagen, an denen das Objekt geschlossen ist, sind Arbeiten nur mit Zustimmung der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern gestattet.
d) Die Besichtigung der Objekte während der regulären Öffnungszeiten darf nicht behindert werden. Einzelne Räume oder das gesamte Besichtigungsobjekt zu schließen, bedarf ausnahmslos der vorherigen Erlaubnis.
e) Ausreichendes Personal für Absperr- und Aufsichtsdienste ist vom Erlaubnisnehmer zu stellen.
f) Aufenthaltsräume für das Personal des Erlaubnisnehmers, Räume für die Garderobe und Maskenbildner, Toiletten usw. können nur in Ausnahmefällen unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen zur Verfügung gestellt werden. Vorrangig hat der Erlaubnisnehmer dafür mobile Einrichtungen bereit zu stellen.