Steinerne Brücke, Kanal und Wasserspiele

Das für einen Barockgarten notwendige Wasser war ursprünglich in Ludwigslust nicht vorhanden. Durch den Bau des 28 Kilometer langen Kanals zwischen den Flüssen Stör und Rögnitz wurde das Wasser aus der Lewitz nach Ludwigslust gebracht. Im Schlosspark selbst ist der Kanal ein wichtiges gestalterisches Element. Er bildet eine barocke Wasserachse, die natürliche und künstlich angelegte Geländegefälle nutzt, um das Wasser in Bewegung zu halten und die verschiedenen Wasserkünste zu betreiben. So können die Felsenkaskade und die Wassersprünge ohne Pumpen kontinuierlich betrieben werden.
Ein Wahrzeichen ist die um 1780 anstelle einer hölzernen Brücke errichtete Steinerne Brücke. Aus Granit und Sandstein schuf der Hofbaumeister Johann Joachim Busch ein imposantes Bauwerk, das von einer girlandengeschmückten Sandsteinvase bekrönt wird.
Etwa 700 Meter nördlich der Steinernen Brücke wird der Kanal durch ein rundes Wasserbecken unterbrochen, in welches das Wasser über eine Kaskade hineinstürzt. Gleichzeitig sprudeln im Becken 24 Wassersprünge, die durch Einläufe oberhalb der Kaskade gespeist werden. Von ihrer Anziehungskraft haben die Wasserspiele bis heute nichts verloren. Die Bewegungen und Geräusche des Wassers dominieren in diesem Parkraum.
Im Volksmund werden die Wassersprünge auch "Nonnen" genannt, während für die einzelne Fontäne bei der Steinernen Brücke die Bezeichnung "Mönch" überliefert ist.
Die Wasserspiele sind um 1765 angelegt worden. Der englische Diplomat Thomas Nugent hat sie in seinen Reisebriefen ausführlich beschrieben. Die Illustrationen lieferte der Kupferstecher Dietrich Findorff.

Kanal und Steinerne Brücke wurden in den Jahren 2000 bis 2003 umfassend saniert. Dafür investierte das Land Mecklenburg-Vorpommern 70.000 €.
Die "Circel Kaskade" wurde als erste Maßnahme der Kanalsanierung von Grund auf erneuert.