Schloss Hohenzieritz

Schloss Hohenzieritz. © Staatliche Schlösser und Gärten MV
Die Lage des Besitzes meines Bruders ist einzigartig, die Natur hält eine Vielzahl von Ausblicken und Überraschungen für das Auge bereit, rund ums ganze Haus herum." Ernst von Mecklenburg-Strelitz, 1773
Die erste urkundliche Erwähnung von Hohenzieritz als "Cyrice" stammt aus dem Jahre 1170. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte erlebte das Gut verschiedene Eigentümerwechsel. Im Jahre 1733 erhielt der Obrist Johann Christian von Fabian Hohenzieritz als Lehen. In den Jahren 1746 bis 1751 ließ er sich ein Herrenhaus aus Backstein errichten. Das Gut fiel 1768 an den regierenden Landesherren, Herzog Adolph Friedrich IV. von Mecklenburg-Strelitz. Der schenkte es 1770 seinem jüngeren Bruder Carl II.
Bereits kurz nachdem Carl II. Hohenzieritz von seinem Bruder erhalten hatte, beschloss er, das Anwesen mit dem kleinen, bestehenden Herrenhaus in eine weitaus repräsentativere Anlage umzuwandeln. Hohenzieritz kann als sein Sommersitz bezeichnet werden, den er nun Stück für Stück umzubauen begann. Parallel zur Entstehung der bedeutenden Gartenanlage wurden zuerst 1771 kleinere Umbauten am Herrenhaus vorgenommen. 1776 ließ er zwei eingeschossige Pavillonbauten links und rechts des Herrenhauses errichten. Baumeister war der Neustrelitzer Leibmedikus Johann Christian Ver Poorten. Es entstand eine Dreiflügelanlage mit einem Ehrenhof, die dem Anwesen den Charakter einer maison de plaisance verlieh.
In den Jahren 1790 und 1791 wurde das Herrenhaus zu einem Schloss umgebaut. Die Bauleitung hatte der Forst- und Vermessungsingenieur Johann Christian Dräsecke inne. Der Bau erhielt ein zweites Geschoss, das in Fachwerk errichtet wurde. Die Außenwände wurden komplett verputzt. Putzrustika betont das Sockelgeschoss. Darüber erheben sich bis zum Gesims Kolossalpilaster. Die Mittelrisalite der beiden Längsseiten wurden nun von drei auf fünf Achsen erweitert und mit einem dreieckigen Giebelfeld überfangen. Im Giebelfeld der Hofseite sind die Initialen des Bauherren C (arl) L (udwig) F (riedrich) und eine Krone in Sgraffitotechnik zu sehen. Das Giebelfeld der Gartenfassade schmückt ein in Stuck ausgeführtes Wappen des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz.
Das Schloss ist heute Sitz des Nationalparkamtes Müritz. In die Geschichte ging Hohenzieritz als Sterbeort der Königin Luise von Preußen ein. Das restaurierte Sterbezimmer der Königin Luise und eine Gedenkstätte im Schloss stehen den Besuchern, dank der Arbeit und der Einsatzbereitschaft des Schlossvereins Hohenzieritz Louisen-Gedenkstätte e.V., offen.