Geschichte des Schlossparks Ludwigslust

Der Schlosspark Ludwigslust hat seinen Ursprung.in einem Barockgarten, der schrittweise erweitert wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die landschaftliche Umgestaltung nach Plänen Lennés. Heute ist der Schlosspark Ludwigslust mit 127 ha der größte Park in Mecklenburg-Vorpommern.
 
 
Der aus verschiedenen Segmenten bestehende Barockgarten wurde ab 1730 für den Prinzen Christian Ludwig von Mecklenburg-Schwerin beim Jagdschloss Klenow angelegt. Etwa auf der Fläche des heutigen Rasenparterres erstreckte sich der Große Garten, östlich davon lag der Küchengarten. Die Kleine Lindenallee führte vorbei an zwei Pavillons zum so genannten Kleinen Garten, der zwischen der katholischen Kirche und dem Johannisdamm lag. Weiter westlich erstreckte sich das herzogliche Jagdrevier, in dem weite Schneisen und ein Parforcestern angelegt wurden.
Als Herzog Friedrich 1756 die Regierungsgeschäfte übernahm,.wurde die Hofhaltung von Schwerin nach Ludwigslust verlegt und das einstige Domanialdorf zur Hauptresidenz ausgebaut. Nach einem Plan des Hofbaumeisters Johann Joachim Busch entstand ein spätbarockes Stadtensemble mit ausgedehntem Park. Gestalterischer Höhepunkt ist der Kanal mit seinen vielfältigen Wasserspielen. Unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles werden die Kaskade auf dem Schlossplatz, die Walze an der Steinernen Brücke, die einzelne Fontäne, genannt der Mönch, und die 24 Wassersprünge, genannt die Nonnen, betrieben.
Nach dem Tode des Herzogs Friedrich.übernahm 1785 dessen Neffe, Friedrich Franz I., die Regierung. Er beauftragte Busch mit weiteren Veränderungen im Park. Durch Auslichten der angrenzenden Waldflächen und die Anlage geschwungener Wege sowie durch das Anpflanzen von Strauch- und Baumgruppen erhielt der Park beiderseits der Hofdamenallee einen neuen Charakter in Anlehnung an die englische Gartenkunst. Ehemalige Sumpflöcher, Waldflächen und Lichtungen wurden bewusst in die Gestaltung einbezogen. Die als Ruine erbaute Grotte und das Denkmal für Herzog Friedrich stehen als Sinnbilder für die Vergänglichkeit des irdischen Seins und geben diesem Teil des Parks eine sentimentale Note.
Das Schweizerhaus nordwestlich der Hofdamenallee.wurde 1789 von Busch als Sommerwohnsitz für die Herzogin Louise errichtet. Im Zeitalter der Empfindsamkeit sehnte sich die höfische Gesellschaft nach einem vermeintlich ungezwungenen ländlichen Leben. Als letzte Ruhestätte der Herzogin und weiterer Familienmitglieder errichtete Hofbaumeister Johann Georg Barca zwischen 1808 und 1810 das Louisen-Mausoleum in Anlehnung an die ägyptische Baukunst. Das Helenen-Paulownen-Mausoleum wurde 1804 bis 1808 von Joseph Ramée als Begräbnisstätte für die russische Zarentochter und mecklenburgische Erbprinzessin gebaut. Die in den Formen der Neugotik errichtete katholische Kirche hatte Johann Christoph Heinrich von Seydewitz 1804 begonnen. Sie wurde 1809 durch Barca fertig gestellt, der 1817 auch den separaten Glockenturm vollendete.
Die bedeutendsten Bau- und Gestaltungsmaßnahmen im Park waren abgeschlossen, als 1837 die Residenz nach Schwerin zurückverlegt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts sollte der Schlosspark umgestaltet werden. Deshalb reichte 1843 der Ludwigsluster Parkgestalter Franz Wilhelm Benque Verschönerungspläne ein, die jedoch nicht umgesetzt wurden. Benques Intention war, die im Laufe der Zeit entstandenen verschiedenen Szenen durch geschwungene Wege und Teiche miteinander zu verbinden.
Erst der Gestaltungsplan des königlich preußischen Gartendirektors Peter Joseph Lenné, der sich in den Grundzügen an die Ideen Benques anlehnt, fand 1852 die Zustimmung des Großherzogs und wurde in Teilen verwirklicht. Ein wichtiges Gestaltungselement bei Lenné ist der malerische Wasserzug vom Inselteich über Eichen- und Karauschenteich bis zum Kirchenteich, wie er heute noch erlebbar ist. Die sich westlich anschließenden Gehölz- und Wiesenflächen erhielten ebenfalls ihre heutige Form und Ausprägung. Souverän integrierte Lenné einzelne, das Parkbild bestimmende barocke Elemente, wie den Kanal, symmetrische Plätze und Alleen, in die landschaftliche Gestaltung. Die Qualität seiner Idee besteht in der überzeugenden Schlichtheit des Entwurfs, einer Klassizität, die auch in den heute nicht mehr vorhandenen Sondergärten, wie dem Schweizerhaus-Garten und dem Blumengarten der Großherzogin westlich des Schlosses, zum Ausdruck kam. Eine Rekonstruktion beider Gärten ist langfristig geplant. Mit dem Schlosspark Ludwigslust hinterließ Lenné ein Meisterwerk seiner späten Schaffensphase, das für Norddeutschland einmalig ist.
Auf einer Gesamtfläche von 127 ha werden Stilelemente des regelmäßigen Gartens mit denen des Landschaftsparks in harmonischer Weise verbunden. Wichtige Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Parkteilen, Bauwerken und Plastiken geben dem Park sein unverwechselbares Erscheinungsbild.