News 08-12, Restaurierungsmaßnahmen am Schloss Mirow

16.04.2012 l Schloss Mirow
Schlossinsel Mirow © 2008 Dirk LaubnerGalerie Seit März 2011 werden im Auftrag der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten im BBL M-V die historischen Raumfassungen im Schloss Mirow saniert. Dabei wird - soweit es möglich ist - der originale Zustand mit den seinerzeit verwendeten Baustoffen und Wandverkleidungen wieder hergestellt. Das erfordert genaue Analyse und Geduld. Darüber hinaus wird ein behindertengerechter Aufzug eingebaut und die Fußbodenhöhen in den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss angepasst.
Sanierungsbedarf für die Fassade besteht aus zwei Gründen. Durch die Mitte der 1990er Jahre durchgeführte Nachgründung des Gebäudes mittels Hochdruckinjektionsverfahren wurden neue Setzungsprozesse ausgelöst, die eine erneute Rissbildung im Laufe der letzten 15 Jahre, insbesondere in der Sockelzone, ausgelöst haben.
2011 wurde eine Untersuchung des vorhandenen Außenputzes durch einen Restaurator vorgenommen, mit dem Ergebnis, dass Schloss Mirow im 19. Jahrhundert eines der ersten Gebäude in der Region ist, bei dem der Fassadenputz mit einem Portland-Zementputz ausgeführt wurde.
Der vorhandene Putz lässt sich auf das Jahr um 1860 datieren. Zementputz ist von Natur aus sehr spröde und neigt deshalb zur Rissbildung, verstärkt durch die unterschiedliche Dehnungseigenschaft des hier darunter befindlichen Ziegelmauerwerks. Ziel der Instandsetzungsarbeiten ist es nun, den historischen Putz mit entsprechender Riss-Sanierung zu erhalten.
Ausgelöst durch die starken Schneefälle der letzten beiden Winter kam es im Inneren des Schlosses zu größeren Wasserschäden infolge der teilweise undichten Dacheindeckung. Die Schwachstellen des Daches wurden sichtbar und nach Vergleich mit früheren Schadensbildern erkennbar, dass das Dach konstruktive Fehler bereits in seiner Urkonzeption aufweist. Die historische Biberschwanz-Kronendeckung ist für die vorhandene und relativ flache Dachneigung (unter 30°) im Bereich der Traufen nicht geeignet. Die starke Gliederung der Dachfläche begünstigt zudem die Bildung von Schneesäcken auf den windabgewandten Seiten. Aus denkmalpflegerischen Gründen soll jedoch das Originalerscheinungsbild mit der Biberschwanz-Deckung gewahrt bleiben. Aus diesem Grunde wird ein regen- und schneesicheres Unterdach eingebaut.
Fertigstellung der Baumaßnahmen und Aufbau der Ausstellung ist für den Sommer 2014 geplant.
Die Baukosten belaufen sich auf ca. 7,8 Mio. €.